
Angefangen hat alles am 23.05.2010 – Ich konnte kaum noch Spazieren gehen, weil ich solche Schmerzen am Schambein hatte. Gegen Abend wurde es eigenartig – Regelschmerzen, Schambeinschmerzen, Rückenschmerzen....und Wehen?? Ja, das mussten leichte Wehen gewesen sein. Die wurden immer regelmäßiger und pendelten sich alle 8 Minuten ein, also noch kein Grund loszufahren. Natürlich hatte ich die Nacht fast nicht geschlafen.
24.05.2010
Die Wehen waren immer noch da – gleicher Abstand aber stärker. Wir grillten uns noch ein Fleisch auf dem Balkon und ich fing mit den Wehen mit atmen zu müssen. Ich rief im Kreissaal an und schilderte meine Situation. Die Hebamme meinte ich soll ein Bad nehmen und mich auf den Weg machen. In der Badewanne – 2 heftige Wehen. Wir fuhren los...
Im Krankenhaus musste ich gleich ans CTG – die Wehen waren nicht sooo stark aber regelmäßig. Muttermund war bei 1-2cm – ich sollte stationär aufgenommen werden. Die Hebamme meinte: „Ihr Kind kommt die Nacht noch.“
Tja das alles anders kommt wusste ich nicht...Ich versuchte zu schlafen.
25.05.2010
Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen und musste meine Wehen schon heftig veratmen. Morgens um 5 hatte ich keine Lust mehr und ging in den Kreissaal zum CTG. Der Befund war immer noch der gleiche :-( Zum Glück war Schichtwechsel und wir bekamen eine bessere Hebamme. Sie meinte ab Mittag bekomme ich eine PDA und werde an den Wehentropf gelegt...Oh man, das wollte ich doch alles gar nicht, aber es musste vorangehen. Wir versuchten noch einen Spaziergang zu machen, was kaum möglich war mit den Wehen.
14:00 Uhr – die PDA wird gelegt. Oh man, hatte ich ein Bammel vor dem Ding – aber alles halb so wild. Als das Ding saß, kam der Wehentropf dran. Nun ging alles voran...der Muttermund öffnete sich stetig und ich spürte kaum noch etwas. Leider lähmt das Ding auch irgendwie die Blase und ich musste aber konnte nicht – mir wurde eine Katheter gelegt.
18:00 Uhr – Der Wehenschmerz kam zurück und das heftig...die PDA ließ nach. Ich stöhnte was das Zeug hält. Die Wehen kamen nun alle 3-4 Minuten.
Ich wurde wieder untersucht – der Muttermund ist 9 cm geöffnet aber was macht die Maus?? Die Hebamme meinte sie liegt total verquer mit ihrem Köpfchen...Ich könnte jetzt nur noch hoffen und alles geben, dass sie ins Becken rutscht. Ich gab alles: Beckenkreisen, auf allen Vieren...nichts – und irgendwie wurde mir da schon klar, dass die Geburt wohl etwas anders ausgehen wird.
19:00 Uhr – Ich konnte und wollte nicht mehr. Ich schrie und hielt den Schmerz nicht mehr aus. Die Hebamme meinte, wenn es jetzt nichts wird, machen wir einen Kaiserschnitt – Ich weinte und Patrick auch. Sie versuchte nochmal ans Köpfchen zu kommen und ich presste was das zeug hält...nichts!!
19:15 Uhr – Ich flehte nach einen Kaiserschnitt. Mir wurde nun Wehenhemmer gespritzt, der nichts mehr brachte. Auch die PDA spritzten sie nach...nichts....ich hatte Dauerwehen. Endlich kam der Arzt. Er fand das alles nicht so wild und wollte erst keinen Kaiserschnitt machen. Zum Glück regelte die Hebamme das. Dann kamen mehrere Ärzte und ich sollte noch aufgeklärt werden...keine Ahnung was die mir erzählte ich sagte nur: Ja, ja, ja...
20:00 Uhr – Wir fuhren in den OP – rauf auf die Pritsche, PDA raus und Spinale rein. Überall war ich angeschlossen. Ab der Brust spürte ich nun nichts mehr – wie gruselig, aber alles war egal. Patrick durfte dann an mein Kopfende. Der arme Kerl war auch fix und alle.
Sie schnitten und rüttelten und ich merkte nichts. Ich hatte nur das Gefühl meine Sinne verlassen mich...ich war so erschöpft.
20:46 Uhr – ein Schrei – die Püppi war endlich endlich da!!!! Blutig wie sie war, wurde sie mir ins Gesicht gepackt und ich weinte und küsste sie. Was ein süßer Fratz. Die Hebamme nahm sie mit nach oben auf die Station und ich musste genäht werden. Leider dauerte das auch etwas länger als normal, weil ich am Gebärmutterhals etwas gerissen war. Wie lange genau weiß ich nicht. Ich erinnere mich nur erst wieder richtig daran, wie wir wieder im Kreissaal lagen und die Mausi in meinem Armen lag.
Was für eine Geburt!!!! Irgendwie Horror und doch einmalig...
Sicherlich werde ich noch einige zeit brauchen, das Erlebte zu verarbeiten aber es geht mir schon wieder recht gut, seit wir zu Hause sind und Johanna entschädigt einfach für alles.